Montag, 3. Juli 2017

10 Tablett-Aktivitäten mit 1 Jahr



Nachdem mein Beitrag mit den 10 Tablett-Ideen für den Sohnemann gut ankam bei euch, habe ich euch auch die aktuellen Beschäftigungen des Töchterleins dokumentiert. Klassische Übungen des täglichen Lebens nach Montessori sind für dieses junge Alter noch nicht vorgesehen, aber ich habe wieder versucht, mich an den Interessen und Fähigkeiten des Kindes zu orientieren und dazu passende Angebote zu erstellen. Außerdem ist mir auch bei der Kleinen wichtig, dass das Material vielfältig, formschön und nicht zu allzu bunt ist. Weniger ist manchmal mehr. 

Für mich war es wirklich spannend, wie intensiv das Töchterlein mich im Umgang mit dem Material schon beobachtet und auch wie ungeheuer geschickt sie in vielen Dingen schon ist. In diesem Alter schreitet die Entwicklung so rasend schnell voran, dass ich immer wieder nur staunen kann.



Bänder ziehen: Wann immer das Töchterlein irgendwo Bänder entdeckt, sei es das Band meines Hoodies, ein Schuh- oder Geschenkband, zieht sie begeistert daran. So habe ich durch ein schlichtes Körbchen mehrere Stücke Dekoband gezogen und außerhalb verknotet.


Wäscheklammern: In einem schönen Körbchen mit Deckel habe ich einige Wäscheklammern aus Holz bereitgestellt. Diese werden ausgeräumt, mit Händen und Mund erforscht, gegeneinander geklopft und wieder eingeräumt. Auch das Öffnen und Schließen des Korbdeckels bereitet dem Töchterlein Freude.



Schraubdeckel: Der absolute Hit seit mehreren Wochen sind Gläser mit Schraubdeckel. Hat sie anfangs nur Glas und Deckel gegeneinander geklopft und sich an dem entstehenden Geräusch erfreut, übt sie nun schon ganz gezielt das Auf- und Zuschrauben des Deckels und inzwischen klappt es schon häufig. Mit den Gläsern beschäftigt sie sich wirklich lange allein und ich staune immer wieder über die Konzentration, die sie dabei an den Tag legt.


Musik machen: Gemäß dem Motto "Weniger ist mehr" habe ich nur zwei kleine Elemente aus dem Musikmacher-Set von Haba (aff) ausgewählt und auf dem Tablett angeboten.


Spielzeug waschen: Wie auch der große Bruder liebt es das Töchterlein, Dinge zu putzen und so ist diese Tablett-Idee entstanden. In einem Schälchen befinden sich ein nasser Waschlappen und eine kleine Bürste aus meiner Küche. Damit wird das Spielzeugauto gründlich geschrubbt und geputzt.



Rein damit: In eine kleine Chipsdose habe ich einen breiten Schlitz geschnitten, so dass die Verschlussdeckel unserer Milchverpackungen genau hinein passen. Ich war anfangs etwas unsicher, ob das schon klappt, aber völlig zu unrecht. Innerhalb kürzester Zeit hat sie begriffen, wie sie die Deckel halten muss und die Freude im Gesicht war groß, als sie den ersten versenkte. Im Übrigen eignen sich hierfür auch die Deckel von Babybrei-Gläschen recht gut, die machen zudem ein schönes Geräusch. Wir hatten nur dank blw-Kind keine da ;-).


Kapseln verteilen: Ein leerer Eierkarton und zehn Stück einer passenden „Füllung“ (in meinem Fall Kaffeekapseln) ergeben eine schöne Legeübung. Da das Töchterlein noch gern alles in den Mund nimmt, wollte ich kein zu kleines Material verwenden, sonst wären auch gut Kastanien oder dergleichen denkbar. 



Kartonmalerei: Dieses erste Kunst-Angebot eignet sich wunderbar für kleine Malanfänger. Ein Stück brauner Karton lässt sich mit einem Borstenpinsel und Wasser „bemalen“. Kurz danach verschwinden die Striche wieder und es kann von neuem losgelegt werden. Das Töchterlein mag es sehr.


Klettverschlüsse öffnen und schließen: Eigentlich wollte ich einen Anziehrahmen nach Montessori mit Klettverschlüssen für das Töchterlein basteln. Mangels Zeit und Material habe ich mich für die einfache Alternative entschieden und im Schuhschrank nach einem gut erhaltenen Paar Hausschuhen des Sohnemanns gesucht, denen er schon entwachsen ist. Die Verschlüsse werden nun nach Herzenslust geöffnet und geschlossen. 



Raus damit: Aus der Vorliebe des Töchterleins, im Bad ständig Feuchttücher zu mopsen, ist dieses Angebot aus einer leeren Feuchttücherbox und langen Stoffstreifen entstanden.

Und nun: Was mögen oder mochten eure Kinder mit einem Jahr gern? Ich freu mich über weitere Ideen :-). 

Donnerstag, 29. Juni 2017

Brief an mein wütendes Kind



Lieber J.,
heute war wieder einer dieser schweren Abende. Ein heftiger Wutanfall hat dich überrollt, fast eine Stunde Weinen, Toben, Schreien, Stampfen und Zittern. So heftige Gefühle, die auf dich einstürzen, dich überfordern und verzweifeln lassen. Müdigkeit und Hunger haben die Situation heute sicher zugespitzt, der Auslöser war dann eigentlich eine Kleinigkeit. Du strebst so sehr nach Autonomie und willst alles selbst machen. Das ist toll und ich freue mich über alles, was du schon alleine kannst. Wie schwer muss es aber sein für dich, darin gebremst zu werden und an die Grenzen deiner aktuellen Fähigkeiten zu stoßen oder gewisse Dinge von mir als Mama vorgegeben zu bekommen. Auch ist es gerade nicht immer leicht für dich mit einer kleinen Schwester, die mit ihrem Temperament so viel Aufmerksamkeit und Raum einfordert. Wie schwer muss es sein, mit dieser Flut an Wut, Traurigkeit und Verzweiflung klarzukommen, die dich in diesem Moment überrollen. Schwer ist es auch für mich als deine Mama. Ich weiß, dass diese Phasen ganz wichtig sind und will dir Raum und Zeit geben, deine Gefühle auszuleben. Du darfst weinen, du darfst toben, du darfst schreien – ich bin da. Ich schaffe es meistens, ruhig zu bleiben, aber dennoch blutet mein Herz, wenn ich dich so sehe. Dein bebender kleiner Körper, dein tränenüberströmtes Gesicht. Ich würde dich so gern in den Arm nehmen, wenn du mich lassen würdest. Doch ich kann nicht mehr tun, als da zu sein. Irgendwann siegt die Erschöpfung und du beginnst dich zu beruhigen. Heute bist du schlussendlich ganz ruhig eingeschlafen und ich habe mich zu dir gekuschelt und dir schlafend ins Ohr geflüstert, wie lieb ich dich habe. Du bist mein Großer, mein wunderbares Kind und ich bin so unendlich stolz auf dich. Ich wünsche mir, dass ich dich in dieser schwierigen Phase bestmöglich begleiten kann und dass du aus jedem Wutananfall ein bisschen gestärkter hervorgehst. Hör niemals auf, deine eigenen Entscheidungen treffen zu wollen und für deine Wünsche zu kämpfen. Hör niemals auf, einfach du zu sein. Denn genau so bist du wundervoll und richtig.
In Liebe, deine Mama

Dienstag, 27. Juni 2017

Unser Montessori-Waschtisch



Heute möchte ich euch gern ein weiteres wichtiges Element der vorbereiteten Umgebung in unserem Haus zeigen, mit dem wir unseren Kindern viel Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen wollen. Der Waschtisch bietet den Kindern die Gelegenheit, in der für sie passenden Höhe Hände und Gesicht zu waschen, die Zähne zu putzen und ihre Haare zu kämmen. 


Schon beim Sohnemann hatte ich damals überlegt, einen solchen Waschtisch zu bauen. Da er aber motorisch recht geschickt war, klappte es auch gut mit einem Tritthocker an unserem Waschbecken. Seine Waschutensilien hatte ich in Griffweite angeordnet und einen zusätzlichen kleinen Spiegel in seiner Höhe aufgeklebt. 


In den letzten Wochen zeigte sich dann, dass nun auch das Töchterlein so weit war, einen Teil ihrer Körperpflege selbstständig zu verrichten beziehungsweise dies nach und nach zu lernen. Sie hantiert schon gerne mit der Zahn- oder Haarbürste und wäscht mit Begeisterung ihre Hände. Zwei Kinder auf zwei Hockern waren mir dann etwas zu mühsam, da hätte ich mich kaum einen Schritt wegbewegen können und zwei Hocker hätten auch viel Platz im nicht allzu großen Badezimmer weggenommen. Also bekam mein lieber Mann die Anweisung, aus einem vom Hausbau übrig gebliebenen Stück Küchenarbeitsplatte einen Waschtisch zum Aufsetzen auf die Badewanne zu bauen. Eine kleine aufgeschraubte Leiste an der Unterseite verhindert das Verrutschen und durch das Versenken der Waschschüssel in der Platte hat diese genau die richtige Höhe für unsere Kinder. Die Kanne für das Wasser lässt sich leicht über die Badewannenarmatur befüllen und nach dem Waschen entleeren wir die Waschschüssel einfach in die Wanne. Wenn die Kinder baden, hebe ich die Platte einfach weg, sodass die Wanne voll nutzbar ist.


Am Waschtisch befinden sich nur die wichtigsten Utensilien, zu viel Kram würde vom Wesentlichen ablenken und nur zur Verbreitung von Chaos führen ;-). Neben der Wasserkanne befinden sich noch ein kleiner Spiegel und eine Seifenschale mit einem kleinen Stück Seife am Waschtisch. Dieses habe ich so platziert, dass es das Töchterlein nicht allein erreichen kann – sie steckt nämlich noch alles in den Mund und das muss bei Seife dann doch nicht sein. Des Weiteren befinden sich ein Becher mit den Zahnbürsten und der Zahnpasta sowie ein Körbchen mit Waschlappen und Haarbürste in Reichweite. Ein Gästehandtuch eignet sich wunderbar für kleine Hände und Gesichter.
Die Windeln für das Töchterlein bewahren wir in einer Schublade im gegenüberliegenden Schrank auf. Eine Wickelauflage liegt ebenfalls noch im Bad, allerdings verwende ich diese so gut wie gar nicht mehr, da wir großteils im Stehen wickeln. Die Schlafanzüge der Kinder hängen meist über dem Badewannenrand, hier muss ich mir noch eine ordentlichere Lösung überlegen. Momentan ist es hier aber so warm, dass wir sowieso keine Schlafanzüge brauchen. Das kann also warten.

Wichtig bei der morgendlichen und abendlichen Waschsituation ist mir, dass wir genügend Zeit dafür einplanen. Alles läuft dann viel entspannter und die Körperpflege klappt abends deutlich besser, wenn die Kinder noch nicht allzu müde sind. Der Sohnemann schafft schon Vieles allein, aber auch bei ihm putzen wir die Zähne noch nach. Das Töchterlein mit ihren erst 12 Monaten wird natürlich in allen Schritten begleitet und unterstützt und so manches Mal auch vom Fluten des Badezimmers abgehalten ;-). 

Insgesamt kann ich nach gut einem Monat Nutzungsdauer resümieren, dass der Waschtisch unseren Badezimmer-Alltag wirklich erleichtert. Die Kinder lieben es, sich selbstständig die Hände zu waschen und auch Zähneputzen klappt hervorragend – und das war keinesfalls immer so.